Auf dem Weg in ein neues Produktionszeitalter

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Erscheinungsdatum: 24.03.2017 - Fachmedientext

Auf dem Weg in ein neues Produktionszeitalter

Webstuhl und Dampfmaschine markierten den Beginn der Industriellen Revolution. Ihnen folgten Elektrizität und Fließband sowie Elektrotechnik und IT. Nun bewegen wir uns mit großen Schritten in das Zeitalter von Industrie 4.0, mit intelligenten Produktionsstätten - den „smart factories“.

Viele Industrie-Unternehmen haben den hierfür nötigen digitalen Wandel bereits eingeleitet. Darunter auch der Markisenspezialist markilux. Er setzt auf vernetzte und automatisierte Prozesse in Produktion, Logistik, Vertrieb und Marketing.

Die Transportwannen, in denen Werkarbeiter die fertig konfektionierten Sonnenschutztücher früher zu den Montagestationen für Markisen rollten, stehen in der weitläufigen Produktionshalle heute meist still. Denn die Tücher schweben beim Markisenhersteller markilux nun fast lautlos über ein Fördersystem unter der Hallendecke zu ihrem Bestimmungsort. Dort ruhen sie in einer Art Paternoster, bis ein Monteur sie in die vorgesehene Markise baut. Nach dem Zuschnitt, Kleben und Konfektionieren übernimmt schon seit einiger Zeit eine automatische Steuerung den Tuchtransport. „Die Anlage kann Fördern, Heben, Drehen, Kippen und es gibt neun verschiedene Programme, die sämtliche Vorgänge auf einer Förderstrecke von insgesamt 300 Metern steuern und an sieben Terminals visualisieren können“, beschreibt Michael Gerling, technischer Leiter von markilux, einige technische Details.

Viele Arbeitsprozesse sind bereits automatisiert

Dies sei nur ein Beispiel dafür, wie sich Industrie 4.0 im Unternehmen abbilde, erklärt Gerling. Das Automatisieren von Produktionsabläufen habe aber einen wichtigen Stellenwert. So funktioniere auch der digital und per Laser gesteuerte Zuschnitt der Markisentücher vollautomatisch. Das Gleiche gelte für die Konfektionsanlage der Transport- und Gelenksysteme der Markisen. Eine automatisierte Logistik sowie teilautomatisierte Verpackungsprozesse gehörten ebenfalls zum veränderten Produktionsalltag. „Wir sind diesen Weg vor allem aus zwei Gründen gegangen: Zum einen wird es in Zukunft nicht leichter werden, gute Fachkräfte zu finden und zum anderen müssen wir an unsere älteren Mitarbeiter denken. Das heißt, die Produktion auf ein altersgerechtes Arbeiten einzustellen“, sagt Gerling. Neben dem Automatisieren von Arbeitsroutinen habe das Unternehmen die Produktion in den vergangenen Jahren mit Informations- und Telekommunikationstechnik vernetzt, um zeit- und ressourcenschonend fertigen zu können. Schon seit Jahren arbeite man hier eng mit Hochschulen zusammen. Industrie 4.0 sei zudem in den „Kontinuierlichen Verbesserungsprozess“ des Unternehmens integriert. So hätten 3D-Drucker, die man für das Prototyping neuer Modelle einsetze, die Entwicklung deutlich beschleunigt, was letztlich auch wirtschaftlicher sei.

Wettbewerbsvorteile durch neueste Technologie

Laut Klaus Wuchner, Leiter für Vertrieb und Marketing, hat der Einsatz neuer Text- und Bilddatenbanken sowie moderner Kundeninformations- und Content-Managementsysteme auch das Arbeiten in der Sales- und Marketing-Abteilung verändert. „Digitale und automatisierte Systeme sind für Unternehmen heute schlichtweg notwendig, um mit dem rasanten Wandel Schritt zu halten. Aber auch, um die immer komplexer werdenden Prozesse schnell anpassen und das hohe Arbeitstempo stemmen zu können“, erklärt er. Man sei ferner bestrebt, immer ein wenig Vorsprung vor dem Wettbewerb zu haben und investiere deshalb stetig in neueste Technik. Industrie 4.0. funktioniere jedoch nur, wenn die zugrundeliegenden Prozesse fehlerfrei und reibungslos funktionierten. „Schon seit Jahren orientieren wir uns für eine schlanke Produktion an Techniken des Lean-Managements. Fließfertigung in kleinen Arbeitsgruppen, das Einbinden der Mitarbeiter in den Entwicklungsprozess und permanente Qualitätskontrollen sind nur einige Punkte die dabei zum Tragen kommen“, sagt Wuchner.

In Fünf-Jahresschritten denken und handeln

Der digitale Wandel und die damit verbundenen neuen Produktions- und Arbeitswelten bedeuteten darüber hinaus, dass man von den Mitarbeitern erwarte, sich lebenslang weiterzubilden. Laut Klaus Wuchner wird das E-Learning in den kommenden Jahren hier immer wichtiger werden. Man müsse die Angst vor Neuem nehmen und zeigen, welche Chancen zusätzliche Qualifikationen mit sich bringen. Gut ausgebildete Fachkräfte zu finden, werde in Zukunft dennoch anspruchsvoller und erfordere im Umkehrschluss, weitere Arbeitsroutinen zu automatisieren. Klaus Wuchner und Michael Gerling sind sich einig, an diesem Punkt auch in den kommenden Jahren anzuknüpfen. „Wir werden Produktion und Logistik, ebenso wie andere Abteilungen für einen optimalen Informationsfluss und für schlanke, effiziente Produktionsprozesse weiter digital vernetzen. Außerdem die Arbeitsplätze für unsere Mitarbeiter optimieren“, sagt Wuchner. Industrie 4.0 sei bei markilux angekommen und werde in Fünf-Jahresschritten weiter in das Unternehmen integriert. Man müsse Dinge einfach ausprobieren und das, was gut funktioniere, konsequent ausbauen. Nur so könne man wettbewerbsfähig bleiben und die Zukunft erfolgreich gestalten.

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Bildunterschrift:

Klaus Wuchner (Foto li.), Leiter für Vertrieb und Marketing beim Markisenhersteller markilux, und technischer Leiter Michael Gerling sehen Industrie 4.0 und den damit verbundenen digitalen Wandel als notwendigen Prozess, um Schritt zu halten und wettbewerbsfähig zu bleiben.

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